Naturidentische Hormontherapie

Ein Hormonungleichgewicht kann bei vielen physischen und psychischen Symptomen eine Rolle spielen. Die naturidentische Hormontherapie ist eine sanfte und gut
verträgliche Methode, um das Gleichgewicht des Körpers zu unterstützen. 

Was sind naturidentische Hormone?
Naturidentische Hormone werden aus Pflanzen gewonnen und chemisch in ihrer molekularen Struktur den körpereigenen Hormonen nachgebaut. Sie haben somit die gleiche Struktur wie die körpereigenen Hormone und lösen am entsprechenden Rezeptor auch die gleiche Wirkung aus.

Synthetische Hormone als Bestandteile z.B. der Antibabypille oder der Hormonersatztherapie in den Wechseljahren wirken am gleichen Rezeptor wie die körpereigenen Hormone.
Sie haben aber meist andere Wirkungen und nebenbei unterschiedliche Nebenwirkungen wie z.B. Thromboembolien oder die Erhöhung des Brustkrebsrisikos.
Zusätzlich werden die körpereigenen Hormone blockiert.

Beispiel:

Körpereigenes 17-beta-Estradiol:

Synthetisches Ethinyl-Estradiol:

Mögliche Symptome bei einem Hormonungleichgewicht:

A. Körperliche Symptome

  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Prämenstruelles Syndrom
  • sexuelle Probleme
  • Libidoschwäche
  • Haar- und Hautprobleme
  • Erschöpfung, Burnout
  • häufige Infekte, chronische Entzündungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Gewichtsprobleme
  • Migräne, Kopfweh
  • Schwindelgefühle
  • trockene Augen, Sehstörungen
  • Herzprobleme
  • Schlafstörungen
  • Zyklusbeschwerden
  • Unerfüllter Kinderwunsch, Fehlgeburten
  • Osteoporose
  • Zysten, Myome
  • Mastopathie, Brustspannen
  • Muskelschwäche

B. Psychische Symptome

  • Depression
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Leistungsschwäche
  • Nervosität, Unruhe
  • Ängste, Panikattacken
  • extreme Launen, Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • psychische Labilität

Diagnostik:

Voraussetzung für eine Behandlung ist eine ausführliche Anamnese (Sie bekommen vorab von mir einen Fragebogen zugeschickt, damit Sie den in Ruhe ausfüllen können) und in der Regel eine körperliche Untersuchung.
Die Erstanamnese mind. 1 Stunde.
Geschlechtshormone wie auch die Hormone der Nebennieren sind sowohl im Blut als auch im Speichel nachweisbar.
Im Blut sind die Hormone größtenteils an Eiweiße gebunden und damit nicht aktiv. Im Speichel befinden sich nur die freien und damit aktiven Hormone. Deshalb kann man mit Hilfe eines Speicheltests die im Körper wirksamen Hormone genau bestimmen. Aus diesem Grunde ist der Test eine wichtige Grundlage für die Behandlung.
Konzentrationen von synthetischen Hormonen sind weder im Blut noch im Speichel messbar.

Folgende Hormone können im Speicheltest gemessen werden:

  • Progesteron
  • Estradiol
  • Estriol
  • Testosteron
  • DHEA
  • Cortisol
  • Melatonin

Zusätzlich kann eine Ergänzung durch gezielte Laboruntersuchungen notwendig sein, z.B. das TSH, fT3, fT4 für die Schilddrüsenfunktion.

Therapie:

Die Zusammenschau aller Untersuchungsergebnisse führt dann zu einer maßgeschneiderten Therapie.

Die Therapie kann bestehen aus:

  • Ernährung
  • Nahrungsergänzungen
  • Pflanzenwirkstoffen
  • Homöopathie
  • Naturidentische Hormone

Die naturidentische/natürliche Hormontherapie ist für Frauen, Männer und Kinder gleichermaßen geeignet.
Naturidentische Hormone werden in der Regel über die Haut zugeführt. Über die Haut gelangt das Hormon direkt ins Blut und belastet die Leberfunktion nicht.

Zitate aus den aktuellen Empfehlungen der „International Menopause Society“ zur menopausalen Hormontherapie:
(https://www.allgemeinarzt-online.de/a/aktuelle-empfehlungen-1664624)

„In der französischen ESTHER-Studie betrugen die relativen Risiken (RR) für VTE bei Anwenderinnen oraler und transdermaler Östrogene 4,2 und 0,9 – verglichen mit Nicht-Anwenderinnen. Auch in anderen Studien wurde bei transdermaler Anwendung kein erhöhtes VTE-Risiko gefunden.“
(Quelle: „Der Allgemeinarzt, 2014; 35 (14) Seite 36-42“)

„Während oral aufgenommene Östrogene unmittelbar nach ihrer Resorption die Leber erreichen und dort die Produktion von Gerinnungsfaktoren ankurbeln, gelangt der größte Teil des transdermal verabreichten E2 direkt in die Zielgewebe und führt nicht zu einer erhöhten Gerinnungsaktivität.“
(Quelle: „Der Allgemeinarzt, 2014; 35 (14) Seite 36-42“)

Eine Anwendungskontrolle per Test und ein Kontrolltermin etwa 2-3 Monate nach Beginn der Therapie wird von meiner Seite aus dem Patienten empfohlen.

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass die Therapie mit naturidentischen Hormonen auf Ihr eigenes Risiko erfolgt.

Der Aufklärungsbogen zur Behandlung kann hier heruntergeladen werden.